Wie die Obrigkeit das Volk hinter das Licht führt
Gelterkinden Schnitzelbank-Abend in den Beizen und Lokalen
Mit den traditionellen Schnitzelbänken in den Beizen und im Marabu ging am Sonntagabend ein erster Höhepunkt der Gelterkinder Fasnacht über die Bühne. Der Nachtheuel erfuhr dabei im Chrüz aus erster Hand, zu welchen Machenschaften die Herrschaften an den Schalthebeln der Macht und andere zwielichtige Figuren griffen und immer noch greifen, um das Volk zu betrügen. Aus Platzgründen kann an dieser Stelle leider nur ein kleiner Teil dieser Schandtaten publik gemacht werden.
Der Bank «D’Bänklischliffer», Sie und Er, schaffte umweltgerecht und pflichtbewusst eine Wärmepumpe an. Nun bereut das Duo die kostspielige Anschaffung bitter:
Vor zwöi Johr hei mir pflichtbewusst e Wärmepumpi kauft.
Das sigi bsunders grüen, will die jo ohni Heizöl lauft.
Wäg de höche Chöschte sy mir in d‘ Entsorgig grennt.
Mir sueche alti Pnöö, behandlets Holz – hauptsächlich es brennt!
Das gleiche Duo hat erkannt, wie nützlich das autonome Autofahren sein kann und hat sich ein entsprechendes Gefährt zugelegt:
‘s autonome Fahre isch ab dem Johr neu zuegloh.
Mir hei eus grad us luter Freud e sone Chlapf zuedo.
‘s Auto brämst, wicht us, duet sich dähei schön anestelle.
Das trifft sich guet, will mir hei gärn zwee gschprützti Wisse welle.
«Dr Pfyffechopf», zwei Eingeborene aus Gelterkinden, mixt die Bankszene seit vielen Jahren zu einem grossen Teil mit lokalen und regionalen Themen auf. Er scheut sich aber nicht, die nationale und internationale Politik kritisch zu hinterfragen und mit spitzer Zunge zu kommentieren.
Der Ratschlag an die Adresse des reichsten Mannes der Welt ist nicht ohne:
Dr Elon Musk und SpaceX plaane Ruumflüüg uf e Mars.
Är well dä rot Planet besiidle. – Dää het jo gnue Bars!
Mir zwee mir understütze das: Jo, Elon, dasch dr Hit!
Mir wünsche gueti Reis dörthii, und nimm dy Chef grad mit!
Weiter nahm der Bank die Post gleich zweimal auf die Schippe und meinte:
S nimmt langsam Formen aa, das tolle Poschtgebäu, das neue,
und d Gälterchinder chönne sich scho uf d Eröffnig freue,
wo d Poscht dä Prachtbou mit de Gescht ganz fyyrlig wird begiesse
und churz drufaabe denn als negschti Filiale schliesse.
Sisch zwöi am Morge, woni us me schöne Traum verwach.
I ghöör durs offe Fänschter öppis. S macht kei grosse Krach.
Ischs ächt e Fuchs? E Dachs? Dr Marder? Nei, es macht mi froh:
E gääle Töff! Juhui, jo d Poscht vo geschter isch scho choo!
Seit Jahren decken «D Landstryycher» vom Zunzger Büchel aus ihre lieben Nachbarn in Sissach mit Giftpfeile ein, was man natürlich in Gelterkinden genüsslich hinein schleckt:
800 Johr Sissech und si löi‘ s lo krache,
Fiire s ganze Joor. Sy die nit ganz bache?
No vill länger fiire würd me z Zunzge hinde,
Wenn Sissech äntlich vom Globus würd verschwinde.
Seit fast 20 Jahren schenken zwei Ladies aus Diegten namens «CHalte Kaffi» im halben Baselbiet ihr Gebräu aus und posaunen in die Welt hinaus, was ihnen über die Leber gekrochen ist. Sie kritisieren zurecht den neuen Verschluss auf den Pet-Flaschen und stellen einen interessanten Vergleich an:
Putin, Meloni, Erdogan,
Trump, Weidel und dr Orban.
Die Herscher:inne, was im Moment so hett,
Sy so läschtig, wie das Deckeli obe am Pet.
Neu im Geschäft ist das Duo «D’Gwundernase» aus Gelterkinden. Eigentlich ist es ein Trio. Denn die Helgen hat Ruedi Schaub gemalt, der hinten im Lokal genau hinhörte, was seine Vorderleute zu berichten wussten. Die Premiere gelang dem Bank in jeder Hinsicht und erntete grossen Beifall. Mehrere Verse basieren auf alten Schlagern. Die marode Tschudi-Villa verglich er treffend mit:
Liebe Monsieur de Coulon, mir hei e Root,
falls du nümm weisch, wie ‘s mit der Villa witer goht:
Bewahr du die Ruine vom Ruin, erhalt se.
Due doch vo eus us lieber Sissech z‘ Bode walze!
Und weiter mit dem Ohrwurm «Das alte Haus von Rocky Docky»:
Dieses Haus ist alt und hässlich; dieses Haus ist kahl und leer.
Denn seit mehr als fünfzig Jahren, da bewohnt es keiner mehr.
Dieses Haus ist halb zerfallen, und es knarrt und stöhnt und weint.
Dieses Haus ist noch viel schlimmer als es scheint.
Das alte Haus, die Tschudi-Villa, hat vieles schon erlebt;
Kein Wunder, dass es zittert, wenn der Abbruchhammer bebt.
Dass alte Haus, die Tschudi-Villa, sah Angst und Pein und Not.
Und ‘s nöggschtmol chunnt dr Bagger bereits im Morgerot.
Seit rund 40 Jahren beleben die Buckter Fröschebei, ein Familienunternehmen, die Fasnachtsszene. Sie bedauern, dass es mit dem Böög in Zürich nicht so recht geklappt hat:
Letscht Früehlig, bim Sechsilüte duet ‘s chli winde.
Drumm löie Zürcher hange ihri Grinde.
Dr Böög darf nit brenne, das isch krass.
Vermuetlich isch dr letschti Summer drum so nass.
Mir hätte ghofft, dass eusi Zürcher Fründe
Dä trotz em Wind azünde.
Mir hätte gärn zuegluegt und glacht, wie die renne,
Wenn dank de Funke ganz Züri afoht brenne.