Im närrischen Fasnachtsgewimmel

Sissach Beginn der fünften Jahreszeit mit grossem Umzug und wenig Sujets  

In der Begegnungszone war zeitweise fast kein Durchkommen möglich. Fotos: S. van Riemsdijk

In der Begegnungszone war zeitweise fast kein Durchkommen möglich. Fotos: S. van Riemsdijk

Die Guggä Rugger aus Buus boten ein grandioses Rockstar-Spektakel.

Die Guggä Rugger aus Buus boten ein grandioses Rockstar-Spektakel.

Die Clique spielte in ihren farbigen Kostümen melodiöse Klänge.

Die Clique spielte in ihren farbigen Kostümen melodiöse Klänge.

Die Söidryyber aus Sissach waren mit dem Sujet Öisi Flueh mit Bäumen fällen beschäftigt.

Die Söidryyber aus Sissach waren mit dem Sujet Öisi Flueh mit Bäumen fällen beschäftigt.

Als es am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr in der Früh laut und kräftig durch das gerade erwachte Dorf «Glöggeliwagä, Glöggeliwagä» hallte, war es auch dem letzten Sissacher klar, dass die Fasnacht 2025 gestartet hat. Mit dem Verkauf der traditionellen und einer der ältesten Fasnachtszeitungen der Region läutete sich feierlich die fünfte Jahreszeitung ein, welche zum Auftakt am Nachmittag mit dem grossen Umzug durch das Dorf für das zahlreiche Publikum aus Nah und Fern seinen Anfang nahm. Das diesjährige Motto der Fasnachtsgesellschaft Sissach hiess «Zäämestoh». Damit sollen die Bevölkerung und die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler aufgerüttelt werden, wieder mehr Rücksicht auf andere zu nehmen – auch am Umzug – und Respekt voreinander zu haben.

Ein lautstarkes Schauspiel

Punkt 14 Uhr setzen sich – traditionell angeführt durch die Nuggi-Clique – bei frühlingshaftem Wetter und blauem Himmel ein bunt-farbiges schrilles Potpourri von gut 70 kleinen («Schissdräckzügli») und grossen fasnachtshungrigen Formationen unter lautem Getöse und klanggewaltigen Guggensounds von der Rheinfelderstrasse aus in Bewegung. Diese bogen alsbald in die mit tausenden fasziniert zuschauenden Menschen und an Bäumen, Fassaden und Laternen baumelnden Puppen gesäumte Begegnungszone und Bahnhofstrasse ein. Ein einzigartiges lautstarkes Schauspiel, das das Zentrum in ein wahres Tollhaus verwandelte und das Fasnachtsfieber bei bester Stimmung schon rasch in die Höhe treiben liess.

Kopf und Bauch einziehen

Nun hiess es aber am Strassenrand rasch den Kopf und den Bauch einziehen um die vielen Guggen und einzelne Cliquen als laute Stimmungsgaranten bei ihrem Marsch durch die dichten Zuschauerreihen nicht in die musikalische Quere zu kommen. Die Bläser, Pfeifer und Trommler gaben ihr Bestes, während die Konstruktionen auf den grossen Wagen mit einzelnen Räppli-Kanonen für riesiges Erstaunen und Bewunderung für die teils hohe künstlerische Kreativität und fantasievollen Schabernack sorgten. In einem Hort der unbeschränkten Narrenfreiheit widerspiegelten einzelne Wagen wie durch ein Brennglas die Gegebenheiten, die in Sissach die Menschen im letzten Jahr beschäftigten.

Die mit viel literarischer Fantasie gereimten Verse auf farbigem Karton zielten auf kuriose Ereignisse, die das Dorf und Umgebung letztes Jahr bewegten und gaben unter den Zuschauenden Anlass zu heiteren Kommentaren und viel Gelächter. Die doch enttäuschend eher wenigen Sujets gingen dann auch mit so manchem urbanem Ereignis unsanft ins Gericht. Gewidmet waren sie unter anderem der Parkraumbewirtschaftung, den Wolfsichtungen und der Neueröffnung des lokalen Gefängnisses. Hier schauten die Gelterkinder Rahmtäfeli Träffer 2016 durch eine doch sehr chauvinistische Brille: «Dr Sissecher Knascht isch nümä zue, sit denn hei mir in Gelti wieder Rueh»!

Ausgelassen gefeiert

Für sanitäre Unterhaltung und viel Gelächter sorgte ein wandelndes WC-Häuschen, das sich durch die Menge stolperte und gelegentlich unfreiwillig den Kontakt zum Strassenbelag suchte. Noch bis in die späten Abendstunden konnten die auf dem Postplatz abgestellten Fasnachtswagen bewundert werden, während auf den anderen Plätzen und Strassen ausgelassen gefeiert wurde, was das närrische Treiben hielt.

Damit war die Fasnacht 2025 in Sissach so richtig lanciert.

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