Helden und Schurken
Tenniken Chor «ma non troppo» mit Repertoire aus der Filmmusik
Kunst lässt sich offensichtlich mit Chorklängen gut verbinden. Der im Jahr 1997 gegründete gemischte Tenniker Chor «ma non troppo» verdankt seine Popularität über die Dorfgrenze hinaus nicht nur seinen ausgewiesenen Singqualitäten, sondern ebenso den speziellen Überraschungen in seiner Programmgestaltung. Anlässlich seines Konzerts «Helden und Schurken des Films» im Gemeindesaal von Tenniken am letzten Freitagabend präsentierte er eine kleine Ausstellung von 16 mit den Liedtexten verknüpften «inneren Bildern», welche von Chormitgliedern gemalt worden waren. Die Bilder konnten für einen bescheidenen Betrag erworben werden.
Der Chor unter der dynamischen Leitung von Nicola Meier Jäggi am Klavier bot mit ihrem Repertoire von Liedern aus unvergesslichen Szenen aus der Filmmusik mit einem Hauch von Nostalgie, ein ausdrucksstarkes Konzert ohne Intonationsschwächen, das lebendig und gespickt mit amüsanten Intermezzos einen grossen Unterhaltungswert versprühte.
Authentische Verbundenheit
Es gelang dem Chor schon zu Beginn, Verbindung zum Publikum aufzunehmen und dieses mit Marianne Iberg als souveräne Moderatorin auf eine Reise durch den cineastischen Zeitspiegel, mit teils kraftvollen emotionalen Songs, von grossem Erkennungs- und Erinnerungswert zu entführen.
Angefangen mit dem Lied «Go the Distance» aus dem Film «Hercules» von 1997 bis zu «Under the Sea» aus dem Film «Arielle, die Meerjungfrau» von 1989. Das Konzertprogramm enthielt so manchen Ohrwurm, welcher auch nach so vielen Jahren immer wieder berührt. Durch ihre gespürt authentische Verbundenheit mit den Liedern auf hohem gesanglichem Niveau brachten die 25 Sängerinnen und Sänger in einem Spagat von stilistischen Eigenheiten die Songs in einer Virtuosität und Mehrstimmigkeit zu Gehör, welche man so von einem Laienensemble – aus Spass am gemeinsamen Singen – selten zu hören bekommt. Insbesondere das Lied «Hallelujah» von Leonard Cohen aus dem Film «Shrek, der tollkühne Held» aus 2001, in dem es um menschliche Erfahrungen mit Liebe, Glaube und Verlust geht, sorgte mit seiner berührenden Emotionalität in einer unheimlich schönen Präsentation beim Publikum für Gänsehautmomente.
In diesem Konzert bewies «ma non troppo» trotz grippebedingter Unterbesetzung wieder mal, zu welcher Leistung er fähig ist. Zu verdanken ist dies zweifellos der Chorleiterin Nicola Meier Jäggi, welche nun seit 20 Jahren den Chor zu Höchstleistungen treibt.
Mit ihrem griffigen Pianospiel und mit einer ausdrucksstarken authentischen Mimik mit ständigem Augenkontakt zu «ihren» Chormitgliedern, gelang es ihr, den Sängerinnen und Sängern während des Konzerts Sicherheit zu vermitteln und sie so zu Höchstleitungen zu führen.
Bevor das Publikum nach der obligaten Zugabe mit abermals dem Song «Halleluja» in die kalte Tenniker Nacht entlassen wurde, bedankte es sich beim Chor mit einem warmen und lang anhaltenden Applaus.