Das beste Bühnenjahr bis jetzt

Vielbeschäftigt Dominik Muheim tritt immer gern im Baselbiet auf – etwa an den Liestaler Humortagen  

Humortage 2024 im Palazzo – auch dieses Jahr ist Muheim dabei.Foto: Florian Wintels

Über mangelnde Engagements kann sich Dominik Muheim zurzeit nicht beklagen. Als Slampoet, Kabarettist oder Moderator bespielt er grosse und kleine Kulturhäuser, tritt in Städten wie Zürich oder Luzern auf, kommt aber auch immer wieder gern ins Baselbiet zurück, wo er sich verankert fühlt. Bühnentechnisch sei es das beste Jahr, das er bisher erlebt habe, meint er zur ObZ. In der aktuellen Saison könne er drei bis vier Mal pro Woche sein eigenes Programm spielen und relativ oft sei der Saal voll oder ausverkauft. «Das geniesse ich extrem», sagt der 32-Jährige.

Dominik Muheim ist in Reigoldswil aufgewachsen und hat längere Zeit in Liestal gelebt, heute wohnt er in Basel. Ein Meilenstein seiner Karriere war der «Salzburger Stier», mit dem er letztes Jahr ausgezeichnet wurde. Im 2025 kommen neue Chancen und Herausforderungen auf ihn zu: So wird er Anfang April die grosse Gala am Eröffnungsabend der Kleinkunstbörse in Thun moderieren. «Das ist eine grosse Ehre, bedeutet aber auch Druck», ist er sich bewusst. Die Kleinkunstbörse sei so etwas wie ein Klassentreffen der Kleinkunstszene, quasi eine Messe für Veranstaltende und Auftretende. Künstler/-innen kämen in Kontakt mit allen Kleintheatern und Veranstaltende fänden Inspiration für ihr kommendes Programm. Die Schweiz habe eine grosse Szene, erklärt Dominik Muheim, die gleichzeitig aber auch klein sei, weil sich alle kennen würden. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, blickt er dem Eröffnungsanlass mit Respekt entgegen: «Ich bin an dem Abend für den roten Faden verantwortlich und ich weiss, es muss gut gehen, denn die ganze Kleinkunstszene sitzt im Publikum. Das ist etwas Grosses, das auf mich zukommt.»

An grossen Events und in Städten aufzutreten, sei schon etwas Tolles, findet Dominik Muheim. Aber das Schöne an der Kleinkunstszene sei, dass man auch an kleineren Orte komme, wo man «bei den Leuten» sei. Es mache ihm immer wieder Freude, wie sich Menschen an verschiedensten Orten dafür einsetzen würden, zu einem grossen Teil ehrenamtlich, um einen Kulturbetrieb aufrecht zu erhalten.

Insbesondere möchte er seine Auftritte in der Region nicht missen. Die Premiere seines neuen Programms «Softeis» feierte er im Theater Palazzo Liestal, das er wegen seiner Verbindung zum Haus und zum Publikum als seine «Bühnenheimat im Baselbiet» bezeichnet.

Ebenfalls in Liestal gestaltet und moderiert er seit vier Jahren die traditionelle Variété-Show, die letzten Dezember zum ersten Mal im «Elefantehuus» stattfand. Im Kulturhaus auf dem EBL-Areal war er kürzlich auch mit «Bundesordner» zu Gast, einem satirischen Jahresrückblick aus dem Umfeld des Casino Theaters Winterthur. Da diese Tour zum ersten Mal in der Region Halt machte, war unsicher, wie das Publikum darauf anspricht. Nach zögerlichem Vorverkauf füllten sich die Plätze in der letzten Woche vor dem Anlass und der Abend wurde zu einem Erfolg: «In Liestal ist das Publikum extrem abgegangen», berichtet Dominik Muheim zufrieden.

Auch nach Reigoldswil kehrt er immer wieder zurück. Letztes Jahr ist er beispielsweise am Schulfest der Oberstufe aufgetreten. Und als er den «Salzburger Stier» gewann, bereitete ihm die Gemeinde einen Empfang, was er sehr geschätzt habe: «Ich bin im Dorf aufgewachsen, ich kenne es in- und auswendig, und ich kenne die Leute.» Das sei eine schöne Beziehung, die ihm sehr wichtig sei, betont Dominik Muheim.

Bühnenmomente aus der Baselbieter Kindheit

In den Geschichten, die er auf der Bühne erzählt, hat es immer wieder Momente, die in seiner Kindheit im Baselbiet spielen. Am Anfang habe er sich gefragt, ob das in Zürich genauso funktioniere, wie es in Oltingen oder Titterten funktioniere. «Ja», lautete seine Erkenntnis, «aber vielleicht lachen sie an anderen Stellen.» Wer selber auf dem Land aufgewachsen sei, könne sich mit den Geschichten identifizieren; für die anderen sei es interessant, weil es etwas Neues sei; das Verbindende sei der Humor.

Stichwort Humor: Vom 1. bis 4. April finden in Liestal wieder die Humortage statt, an denen Dominik Muheim auch beteiligt ist. Im Palazzo wird er den «Giant Slam» leiten, einen klassischen Poetry-Slam, bei dem das Publikum entscheidet, wer den Abend gewinnt. Im Guggenheim, Palazzo, Elefantehuus und DISTL wird an den vier Tagen eine Palette an Humor-Sparten geboten, die von pointengetriebenen Comedy-Shows bis zu literarischem Kabarett reicht. «Das Schöne daran ist, dass sich alle selber um Humoristisches aus der Schweiz kümmern, das zu ihrem Haus passt, so entsteht etwas, das aus verschiedensten Farben zusammengesetzt ist», erläutert Dominik Muheim. Das Humorschaffen in der Schweiz sei sehr vielfältig und umfasse unterschiedliche Arten von Humor, «von Satirischem bis zu höherem Blödsinn». Das Ziel der Humortage sei, diese Vielfalt abzubilden.

humortage-liestal.ch

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