40 Jahre für Vereine und Gemeinschaft

Liestal Stefan Saladin tritt als Präsident des TC Gitterli zurück 

Stefan Saladin legt gern selber Hand an, wenn es etwas zu tun gibt.Fotos: zVg

Stefan Saladin legt gern selber Hand an, wenn es etwas zu tun gibt.Fotos: zVg

Als Ehrenpräsident wird Stefan Saladin dem TCG in beratender Funktion im Vorstand zur Verfügung stehen. Foto: M. Schaffner

Als Ehrenpräsident wird Stefan Saladin dem TCG in beratender Funktion im Vorstand zur Verfügung stehen. Foto: M. Schaffner

Die H2-Aktion im Stedtli im Jahr 2005 fand grosses Medienecho.

Die H2-Aktion im Stedtli im Jahr 2005 fand grosses Medienecho.

Die Stadthalle-Initiative mobilisierte auch die Jugend.

Die Stadthalle-Initiative mobilisierte auch die Jugend.

Wenn sich Stefan Saladin in den Kopf gesetzt hat, einem Anliegen aus den Liestaler Vereinen oder aus der breiteren Gemeinschaft Gehör zu verschaffen, dann nimmt er die Beine in die Hand. Oder den Telefonhörer. Seit Jahrzehnten im Stadtleben vernetzt, weiss er, wer die Schlüsselfiguren sind, die er ansprechen muss. Und er scheut sich nicht, von Pontius zu Pilatus zu reisen, um Unterstützer/-innen zu finden. Auch wenn seine Beharrlichkeit manchmal aneckt. «Immer wenn du kommst, wird es teuer!», ist ein Spruch, den er schon einige Male gehört hat.

In Zukunft wird er ihn sicher weniger oft hören, denn er denkt darüber nach, langsam ein bisschen zurückzustecken. So hat er an der Jahresversammlung vom 17. März seinen Rücktritt als Präsident des Tennisclubs Gitterli bekannt gegeben. Natürlich wird er nicht ganz von der Bildfläche verschwinden, wie er im Gespräch mit der ObZ versichert. «Die Vernetzung ist da und ich stehe weiterhin zur Verfügung, wenn ich etwas beitragen kann.»

Sein ehrenamtliches Engagement, das 1985 mit dem TC Gitterli seinen Anfang nahm, umfasst nun genau 40 Jahre – ein guter Zeitpunkt, für einen Rücktritt. Damals sagte er sich, dass die alte Tennis-Anlage nicht verloren gehen darf und brachte sie zusammen mit seinen Mitstreitern in 2000 Stunden Fronarbeit zu neuem Glanz. Den TC Gitterli initiierte er mit und sass ihm als Gründungspräsident vor.

Stefan Saladin ist in Liestal geboren (und Bürger) und fühlt sich hier daheim, auch wenn er mittlerweile in Lupsingen wohnt. Das Bewusstsein für Sport und Gemeinschaft wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Seine Eltern setzten sich immer dafür ein, dass er und seine Geschwister die Infrastruktur in der Gemeinde nutzen konnten. Schon als Kind sei ihm klar gewesen, dass er das später als Erwachsener auch so machen wolle, erzählt Stefan Saladin. «Ich bin der Meinung, mit den Positionen in verschiedenen Organisationen konnte ich das wahr machen und vertreten, was ich von meinen Eltern gelernt habe.»

Mit der IGOLfür die Anliegen der Vereine

Neben dem Tennis weitete sich sein Engagement allmählich auf weitere Kreise aus und wirkte als Vizepräsident der städtischen Sportkommission. Als Ersatz für diese gründete sich ab 2008 die IGOL, die bereits vorher als lose Struktur tätig war. Stefan Saladin schlug vor, dass sie sich als Verein formiert und übernahm gleich das Amt des Präsidenten für acht Jahre, vier weitere Jahre war er Co-Präsident. Zweimal im Jahr traf er sich mit dem Stadtpräsidenten und teilte ihm mit, wo bei den Vereinen «der Schuh drückt», von abgebrochenen Wasserhähnen über Flutlichtern bis zu einem Abstellraum für die Instrumente der Stadtmusik. «Die Antwort, ob es ein Ja oder ein Nein war, trugen wir wieder in die Vereine zurück», erklärt Stefan Saladin. Auch wenn ein Anliegen nicht erfüllt werden konnte, hätten die Vereine gesehen, dass die IGOL als Anlaufstelle gut funktioniere.

Kunstrasen als grösster Erfolg

Zeitweise war Stefan Saladin auch in der Politik aktiv. Als Einwohnerrat hat er sich vor allem für Sportinfrastrukturanlagen stark gemacht. Als grössten Erfolg bezeichnet er den Kunstrasen im Gitterli. Bei diesem Projekt passten alle Faktoren zusammen: Der damalige Stadtpräsident Lukas Ott hatte ein offenes Ohr für das Anliegen und die politischen Rahmenbedingungen waren dank GESAK-Mitglied Saladin (GESAK: Gemeinde-Sportanlagen-Konzept) und dem Lokalen Bewegungs- und Sportnetz (LBS) gegeben. «Wir konnten innerhalb eines Jahres den Kunstrasen auslösen, das war eine Meisterleistung», blickt Stefan Saladin zurück.

Mit der IGOL sorgte er dafür, dass die Vereine endlich, nachdem es jahrelang hiess, das sei nicht möglich, die Turnhalle des Gymnasiums nutzen konnten. Überhaupt sind Hallen und ihre Ausstattung ein Dauerthema für die Liestaler Vereine. Saladin setzte sich beispielsweise für LED-Beleuchtung ein, was besseres Licht bringt und Kosten spart, oder für bessere Bodenbeläge, was Verletzungen vorbeugt. Auch wenn ein Verein beispielsweise dringend eine Trainingsmöglichkeit suchte, setzte er alle Hebel in Bewegung. «Was ich mache, ist alles für die Öffentlichkeit und die Vereine – das ist mein Beweggrund», meint Stefan Saladin. Auch wenn nicht alle seine Initiativen von Erfolg gekrönt sind. Eine Stadthalle – ein altes Anliegen, das er tatkräftig unterstützte – hat Liestal immer noch nicht. Und sein Konzept für eine Öko-Eisbahn mit Kunststoffplatten der neusten Generation liegt zwar vor, ist aber bisher nicht umgesetzt. Dabei wäre es wichtig, eine Eissport-Infrastruktur für die Bevölkerung und die Schulen zur Verfügung zu stellen, auch um das Gitterlibad zu entlasten, meint Saladin.

Und dann wären da noch die Aktionen, oft mit einer humoristischen Note. Zum Teil waren sie politischen Inhalts, manchmal in Abstimmung mit dem damaligen Wirtschaftskammer-Direktor Hans Rudolf Gysin, zum Teil waren es einfach Unterstützungsaktionen für befreundete Liestaler. In Erinnerung bleibt etwa, als Stefan Saladin über Mittag eine kleine Herde Schafe, darunter ein schwarzes, vor dem Regierungsgebäude platzierte. Als die Landräte von der Mittagspause zurückkehrten und sich über den Anblick wunderten, erfuhren sie, dass die Aktion darauf aufmerksam machte, dass die Staureduktion auf der H2 trotz mehrmaligen Abstimmungen immer noch nicht umgesetzt war.

Gags für Liestaler Freunde

Eher ins Ressort «Gags» fiel eine andere Episode, die sich ebenfalls im Stedtli abspielte: Die Rathausstrasse wurde gerade saniert und Stadt-Original Max Braun sass auf seiner üblichen Sitzbank, die er, wie allgemein bekannt war, scherzhaft «mein Strandkorb» nannte. Als Stefan Saladin sah, wie die Arbeiter in der Baustelle mit Sand hantierten, drückte er einem eine Fünfzigernote in die Hand und bat ihn, zwei Kubikmeter Sand direkt vor der Sitzbank abzuladen. Natürlich hatte er die Aktion vorher geplant und eine Kiste mit Sandspielzeug in der Raiffeisenbank deponiert – und im Nu war der Sandhaufen in eine «Liestal Beach» verwandelt. Der zuerst entgeistert blickende Max Braun habe schliesslich herzhaft gelacht und sich über die gelungene Aktion gefreut.

Auch aktuell läuft einiges in Liestal, an dem Stefan Saladin beteiligt ist oder das angeregt hat. Beispielsweise wird über eine Fusion des TC Gitterli mit dem TC Liestal nachgedacht, die er ins Feld geführt hatte. Auch in der IGOL gibt es laufend Neuerungen, so werden bei der traditionellen Vereinsehrung neu auch kulturelle Vereine geehrt. «Ein weiterer Schritt für die IGOL, um zu sagen: Wir denken an alle», so Saladin. Natürlich musste für den kombinierten Anlass für Sport und Kultur bei der Stadt Liestal ein Antrag gestellt werden – aber Stefan Saladin nimmt es als Kompliment, wenn ihm vorgehalten wird, dass er das Budget belaste. Schliesslich lautet sein Motto: Man wird nicht an dem gemessen, was man nicht macht, sondern an dem, was man macht. «Wir wollen doch Freude und Spass haben mit Spiel, Kultur und Sport», verabschiedet sich TCG-Ehrenpräsident Stefan Saladin von unserem Gespräch.

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